HSV Handball – Es begann in Bad Schwartau….

Logo: HSV Handball(Von Horst Schinzel) – … und endet jetzt vor dem Insolvenzgericht in Hamburg / Wenn die Medien in diesen Tagen über das traurige Ende des Handballclubs HSV Hamburg berichten, klingt nicht an, dass alles einst im ostholsteinischen Bad Schwartau begonnen hat. Die Spielgemeinschaft VfL Bad Schwartau / HSV Lübeck spielte zur Jahrtausendwende drei Jahre in der 1. Handballbundesliga. Durchaus erfolgreich. Der Ehrgeiz von Sportfunktionären und Mäzenen ließ den Verein nach Hamburg umziehen, wo es ihm gestattet wurde, gegen teures Geld unter der Bezeichnung HSV Hamburg und mit der HSV-Raute aufzutreten. Die Lizenz des VfL Bad Schwartau wurde übernommen.

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Präsident wurde der Unternehmer Andreas Rudolph, der in den Folgejahren viel Geld – gesprochen wird von mehr als 30 Millionen Euro – in diese Liebhaberei investiert hat. Sportlich war der neue Verein längere Zeit durchaus erfolgreich. 2010 gewann er den Pokal des Deutschen Handball-Bundes, 2011 die Meisterschaft, 2013 den Champions-League-Titel. Finanziell ging es weitaus weniger gut.

Der Anfang vom Ende kam 2013, als der frühere Fußball-Nationaltorwart Frank Rost zum Geschäftsführer bestellt wurde. Er wirkte kaum länger als einen Monat und wurde unter undurchsichtigen Umständen entlassen. Bald darauf warf der damalige Präsident Matthias Rudolf die Brocken hin. Dafür kam sein Bruder Andreas zurück.
Die Agonie zog sich bis in das Frühjahr 2014 hin. Erst sollte der Verein keine neue Lizenz erhalten. Die Gerichte wurden bemüht. Schließlich bekam der Verein doch noch eine Lizenz- auch noch für die laufende Saison. Für die hatte der Immer-noch-Präsident Andreas Rudolph eine Patronatserklärung abgeben.

In diesem Herbst aber war es dann endgültig zuende. Die Spieler warten schon seit zwei Monaten auf ihr Gehalt. Die Arena wollte schon die Tore nicht me

hr öffnen. Alle Bemühungen des erst vor einem Dreivierteljahr aus Bad Schwartau geholten Geschäftsführers Andreas Fitzek, neue Geldgeber zu finden, blieben erfolglos. Der in letzter Minute genannte Kunst-Kaufmann Jürgen Hunke (72) aus Timmendorfer Strand winkte ab. „So viel Geld hat niemand“. Gerüchteweise soll der Verein Schulden von fünf Millionen Euro haben – andere Quellen sprechen gar von zwölf Millionen.

So sah sich Fitze an diesem Mittwoch gezwungen, Insolvenz anzumelden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Gideon Böhm bestellt. Der Spielbetrieb soll erst einmal weitergehen. Nach der Spielordnung werden dem Verein acht Punkte abgezogen. Wenn denn der Verein überhaupt eine Mannschaft aufstellen kann. Der erste Spieler ist bereits gegangen. Weitere werden wohl folgen.