Den Schredderküken folgen die Wegwerfkälber

kuh(CIS-intern) – In den Niederlanden wurden in diesem Monat mindestens dreihundert gesunde Kälber eingeschläfert, angeblich weil sie „leichtgewichtig“ waren. Tatsächlich aber war kein Platz für sie im Stall, wie Viehhändler berichteten. Die Zuchtauswahl bei Milchviehrassen konzentriert sich allein auf eine hohe Milchleistung. Deshalb sind die männlichen Kälber dieser Hochleistungs-Rassen (Holstein Friesian, Jersey) nahezu wertlos für die Mast.

Zu gering ist die Fleischausbeute, zu unrentabel eine längere Mast. Üblicherweise holen Viehhändler die Kälber im Alter von zwei bis vier Wochen bei den Milchbauern ab. Mittlerweile sind die Preise aber selbst für gesunde und gut entwickelte Kälber drastisch gesunken. Unterentwickelte Kälber nehmen viele Viehhändler gar nicht mehr mit. Für den Milchbauer ist dies ein Dilemma, dass nach einem Ausweg schreit.

„Was liegt hier näher für den Landwirt, eine fürsorgliche Aufzucht der wertlosen Tiere oder der niederländische Weg der Todesspritze? “, fragt sich besorgt Kathrin Kofent, Fachreferentin bei PROVIEH.

PROVIEH fordert einen Stopp dieser Praxis und ein Umdenken auf allen Ebenen. Die einseiti

ge Hochleistungszucht der Milchkühe führt in eine ethische und wirtschaftliche Sackgasse. Es ist an der Zeit, einen vernünftigeren Weg einzuschlagen, von dem sowohl die Tiere, als auch die Landwirte nachhaltig profitieren.

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PM: Stefanie Pöpken