Getrübte Aussichten für die Urlaubsregion – Aber in SH war 2015 noch recht gut

Foto: Rike  / pixelio.de(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Traditionell stellt das Institut für Zukunftsforschung der British-American Tobacco zu Beginn der Messe „Reisen“ in Hamburg seine Analysen für den Reisemarkt vor. Und die klangen in der Vergangenheit immer sehr hoffnungsvoll. An diesem Mittwoch aber doch irgendwie anders. Der Tourismusbranche drohen Einbrüche.

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2015 war ein Jahr voller Krisen, Konflikte und Herausforderungen. Auch für die Tourismusbranche wird es nicht ohne Folgen bleiben. Besonders die Anschläge auf Touristen in Nordafrika und der Türkei haben negative Auswirkungen. Viele Bundesbürger sind zunehmend verunsichert und stellen die wichtigste Voraussetzung für den Urlaub überhaupt infrage: Die Sicherheit vor Ort. Insofern verwundert es nicht, dass erstmals seit der Finanzkrise die Reiseintensität der Deutschen zurückging.

Auch wenn 2015 international betrachtet ein durchaus erfolgreiches Jahr für die Tourismusbranche war, bleibt die Frage, wie es zukünftig weitergeht. Kann Deutschland seinen Titel als Reiseweltmeister zurückerobern? Werden sich Reiseströme und Urlaubsarten verändern und verschieben? Und wird das Reisen für die Mehrheit der Bundesbürger auch in Krisenzeiten unverzichtbar bleiben?

Antworten hierauf gibt die vorliegende 32. Deutsche Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Für diese wurde ein repräsentativer Querschnitt der deutschen Bevölkerung – über 4.000 Personen ab 14 Jahren – in persönlichen Interviews (face-to-face) zum eigenen Reiseverhalten befragt. Das Fazit: Bei der wichtigen Zielgruppe 55 + drohen Einbrücke. Die treffen besonders Schleswig-Holsein, während sich Mecklenburg-Vorpommern auf hohen Niveau halten kann. Generell gilt die Ostsee als teuer. In den Randgebieten des Mittelmeers verschrecken politische Unsicherheit und Terrorismus. Davon .profitiert nicht zuletzt Spanien. Und ganz allgemein hat die Reisedauer abgenommen. Die Drei-Wochen-Reise ist mausetot…

Bei den Reisezielen können die innerdeutschen Feriengebiete mit einer konstanten Gästezahl rechnen. Schon jetzt ist sich jeder vierte Bundesbürger sicher, seinen Urlaub zwischen Flensburg und Freiburg zu verbringen. Erneut werden es besonders die älteren Gäste und Familien sein, die den Hotels und Pensionen ausgebuchte Betten bescheren.

Innerhalb Europas wird es zu leichten Veränderungen kommen. Populär bleiben dabei Spanien und Italien und auch Griechenland kann tendenziell Zuwächse erwarten. Zurückhaltender sind derzeit noch die Türkeibuchungen – hier werden die kommenden Monate zeigen, ob verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden kann. Sollte es jedoch zu negativen Meldungen kommen, werden die Bundesbürger auf andere mediterrane Ziele ausweichen. 

Da Fernreisen in der Regel langfristiger geplant und gebucht werden, kann sich der Fernreisemarkt auf konstante Buchungszahlen einstellen. Erneut wird in etwa jede zehnte Reise außerhalb Europas stattfinden. Beliebt bleiben hierbei Amerika und Asien sowie die Strände in der Karibik. Kaum Zuwächse dürfen dagegen die nordafrikanischen Destinationen erwarten, die sich noch etwas länger um das verlorene Vertrauen der Urlauber bemühen müssen. 

Was bleibt, ist aber auch dort die Hoffnung auf all die unentschlossenen Bundesbürger, die noch nicht wissen, wohin sie dieses Jahr verreisen wollen. Für sie bleibt das Wetter, das Urlaubsbudget, die Sicherheit vor Ort oder auch das passende Rund-um-Angebot entscheidend für die letztendliche Auswahl.

2015 war noch einmal ein gutes Tourismus-Jahr
Im letzten Jahr sind im Dezember 355 000 Übernachtungsgäste in den größeren Beherbergungsstätten des Landes (mit zehn und mehr Betten) und auf den Campingplätzen (ohne Dauercamping) Schleswig-Holsteins an-gekommen. Das Gästeaufkommen stieg gegenüber dem Dezember des Vorjahres um 9,1 Prozent, so das Statistikamt Nord. Die Anzahl der gebuchten Übernachtungen (1 094 000) nahm im Vergleich zum Dezember 2014 um 6,6 Prozent zu.
In die Erhebung einbezogen waren 2 866 geöffnete Beherbergungsstätten mit 140 000 angebotenen Gästebetten sowie 78 geöffnete Campingplätze.
Ohne Campingplätze verzeichneten die Beherbergungsbetriebe einen Zu-wachs um 8,4 Prozent bei den Gästeankünften und um 6,2 Prozent bei den Übernachtungen.
Im gesamten Jahr 2015 kamen 4,0 Prozent mehr Gäste an, die Zahl der Übernachtungen nahm um 2,8 Prozent zu.

Die Hamburger Beherbergungsbetriebe haben für den Dezember 2015 mehr Gäste und Übernachtungen als im Dezember des Vorjahres gemeldet. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 4,8 Prozent auf 977 000 und die An-zahl der Gäste um 3,3 Prozent auf 496 000, so das Statistikamt Nord.
In die Erhebung einbezogen waren 344 geöffnete Beherbergungsstätten mit 57 919 angebotenen Betten. Die durchschnittliche Bettenbelegung betrug 54,3 Prozent.
Das Übernachtungsaufkommen von Gästen aus Deutschland erreichte 724 000 Nächte (plus 4,2 Prozent). Gäste aus dem Ausland buc

hten 253 000 Nächte (plus 6,5 Prozent).

22,3 Prozent der Gäste kamen aus dem Ausland, die meisten von ihnen aus Dänemark, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, der Schweiz und aus Spanien.
Im gesamten Jahr 2015 wurden in Hamburg 5,3 Prozent mehr Übernach-tungen gezählt als 2014. Die Zahl der Gäste stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,0 Tage.

Presse Statistikamt Nord

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