Starker Rückgang der Industrieumsätze im Norden

Foto: ilona brigitta martin  / pixelio.de(CIS-intern) – In Schleswig-Holstein sind die Gesamtumsätze der größeren Industriebetriebe im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent auf 32,9 Mrd. Euro gesunken. Insbesondere in den ersten drei Quartalen gingen die Umsätze überdurchschnittlich stark zurück. Im letzten Quartal stabilisierte sich die Umsatzentwicklung mit minus 0,2 Prozent wieder annähernd, so das Statistikamt Nord.

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Branchenführer war mit einem Umsatz von 6,3 Mrd. Euro der Maschinenbau (minus vier Prozent) und das Ernährungsgewerbe einschließlich Tabakverarbeitung erwirtschaftete Umsätze in Höhe von 6,0 Mrd. Euro (minus ein Prozent). Im Bereich der Mineralölverarbeitung sanken die Umsätze um 24 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro; dieser Rückgang ist maßgeblich durch die Preisrückgänge bei Mineralölprodukten verursacht.

Auch in den Betrieben zur Herstellung chemischer Erzeugnisse gingen die Umsätze zurück (minus sechs Prozent auf 2,5 Mrd. Euro). Positive Entwicklungen gab es dagegen in den Branchen „Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse“ (plus neun Prozent auf 2,3 Mrd. Euro) und „Herstellung von sonstigen Waren“ (plus sieben Prozent auf ebenfalls 2,3 Mrd. Euro).

Überdurchschnittlich waren die Rückgänge im Auslandsgeschäft, das im Vorjahr allerdings von abgelieferten Großaufträgen profitiert hatte. Insbesondere die Exporte in Länder der Euro-Zone sanken deutlich (minus elf Prozent). Der Inlandsumsatz ging ebenfalls merklich zurück (minus fünf Prozent). Der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz (Exportquote) lag mit 41 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres (43 Prozent).
Die Zahl der tätigen Personen nahm im Verlauf des Jahres leicht zu. Im Monatsdurchschnitt wuchs sie um ein Prozent auf 102 000 Personen. Die Umsatzproduktivität (Umsatz je Beschäftigten) sank damit auf rund 323 000 Euro.

Beschäftigungsintensivste Branche blieb mit gut 18 100 tätigen Personen wie bisher der Maschinenbau. Viele Menschen waren zudem im Ernährungsgewerbe (einschl. Tabakverarbeitung) mit 16 500 tätigen Personen sowie im Bereich „Herstellung von sonstigen Waren“ (8 200 Personen) beschäftigt.

Die größeren Industriebetriebe in Hamburg haben im vergangenen Jahr Umsätze in Höhe von 69,4 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das sind 10,8 Prozent weniger als im Vorjahr, so das Statistikamt Nord. Der starke Rückgang ist insbesondere auf den Bereich der Mineralölverarbeitung zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr sank der Umsatz dieser Branche – vor allem preis-bedingt – um 22 Prozent und damit noch stärker als bereits im Vorjahr.
Mit 33,2 Mrd. Euro erzielte die Mineralölverarbeitung den mit Abstand höchsten Gesamtumsatz. Aufgrund dieses starken Gewichts beeinflusste die Branche die Entwicklung in der gesamten Hamburger Industrie. Ohne diese Branche wären die Industrieumsätze um 3,5 Prozent sogar spürbar gewachsen.
Als einzige der vier größten Branchen verzeichnete der Bereich „Sonstiger Fahrzeugbau“ steigende Umsätze (plus 18 Prozent). Das Ernährungsgewerbe einschließlich Tabakverarbeitung erwirtschaftete Umsätze in Höhe von 7,7 Mrd. Euro (minus vier Prozent) und im Bereich der Metallerzeugung und -bearbeitung sanken die Umsätze um zwei Prozent auf sieben Mrd. Euro.

Besonders die schwache Inlandsnachfrage beeinflusste die Gesamtentwicklung. Die Inlandsumsätze sanken um 15 Prozent, während die Auslandsumsätze nur bei Exporten in die Eurozone wuchsen (plus fünf Prozent). Bei den Exporten in Länder außerhalb der Eurozone gab es dagegen einen Rückgang von drei Prozent. Die Exportquote (Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz) lag bei 29 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent). Ohne Berücksichtigung der stark auf das Inlandsgeschäft fokussierten Mineralölverarbeitung betrug die Exportquote 48 Prozent (Vorjahr: 47 Prozent).

ei der Zahl der tätigen Personen setzte sich in der Elbmetropole die positive Entwicklung des Vorjahres fort. Sie stieg im Monatsmittel um 0,4 Prozent auf 78 900 Personen. Die Produktivität (Umsatz je Beschäftigten) lag bei rund 880 000 Euro; ohne Berücksichtigung der Mineralölverarbeitung betrug sie rund 481 000 Euro.
Beschäftigungsstärkste Branche war mit rund 16 300 tätigen Personen der Bereich „Sonstiger Fahrzeugbau“. Danach folgten die

Branchen „Reparatur und Installation von Maschinen“ mit 14 600 sowie der Maschinenbau mit 10 200 Beschäftigten.

Hinweis: Erfasst wurden Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden). Für 2015 betraf dies in Schleswig-Holstein 528 Betriebe. In den Zahlen zu den Beschäftigten sind Leiharbeitnehmerinnen und -nehmer nicht berücksichtigt.

Presse Statistikamt Norden