Metropolregion Hamburg startet Projekt für mehr Qualität und Vielfalt für ausländische Gäste

Foto: Mario De Mattia(CIS-intern) – Ausländische Gäste sorgen für kräftiges Wachstum im norddeutschen Tourismus. Ein großes Leitprojekt macht nun die Branche mit rund 850.000 Euro fit für die vielfältigen Wünsche ausländischer Gäste. Die Metropolregion Hamburg und 27 Partner wollen die Angebotsqualität und -vielfalt in der Region weiter entwickeln. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer überreichte heute in Lübeck im Namen aller Träger der Metropolregion den Bewilligungsbescheid an Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe.

Foto: Mario De Mattia

Gastfreundschaft spielt im Tourismus eine entscheidende Rolle. Die Art, wie wir unsere Besucher begrüßen und auf ihre Wünsche eingehen, prägt das Gesicht unserer Region und das Willkommensgefühl der Gäste. Darauf haben beispielsweise Menschen in der Hotellerie und Gastronomie, im Einzelhandel, Taxifahrer, Fahrgastschiffer, Stadtführer und Busfahrer großen Einfluss. Damit sich ausländische Gäste willkommen fühlen, bedarf es aber auch gut lesbarer Ausschilderungen, verständlicher Informationen zu Bussen und Bahnen sowie mehrsprachiger Informationsangebote. Besuche in Restaurants bleiben in positiverer Erinnerung, wenn Speisekarten nicht nur auf Deutsch vorhanden sind. Im Einzelhandel trägt die fachkundige Beratung eines ausländischen Gastes zumindest in englischer Sprache zum Erfolg der Shoppingtour bei. Wenn dann auch kleine Beträge in Geschäften, Gastronomie und die Taxigebühr mit Kreditkarte beglichen werden können, ist schon viel für das Wohlbefinden der ausländischen Besucher getan.

Das Leitprojekt zur Angebotsqualität und -vielfalt für ausländische Gäste möchte mehr internationale Gäste für die Metropolregion begeistern, die Aufenthaltsdauer und Zufriedenheit steigern und die Menschen gewinnen, wiederzukommen. Die Metropolregion soll als international attraktive Region weiterentwickelt werden. Zentrale Aufgabe ist es, die Angebote im Tourismusgewerbe auf breiter Front auf ein international höheres Qualitätsniveau zu heben. 20 touristische Organisationen der (Land-) Kreise und Städte sowie sieben Industrie- und Handelskammern unterstützen das Projekt. So werden Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, die Freizeitbranche, der Einzelhandel sowie Kultureinrichtungen eingebunden.

Ein wichtiger Baustein des Projektes ist die Erstellung eines Online- und Printtools „LOGBUCH.International“ als Handreichung. Praxisnahe und anschauliche Länder- und Gästeprofile verdeutlichen dort die individuellen Wünsche verschiedener Nationalitäten, bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote werden entwickelt und zusammengetragen sowie Checklisten bereitgestellt, die helfen, das eigene Angebot aus Gästesicht zu beurteilen. Weitere Bausteine sind die Übersetzung relevanter touristischer Webinhalte der Kooperationspartner ins Englische und die bessere überregionale Vernetzung zielgruppenspezifischer Angebote.

Das Projekt läuft über drei Jahre und hat ein Finanzvolumen von rund 850.000 Euro. Davon werden 78 Prozent durch die Förderfonds der Metropolregion Hamburg getragen. Das große Interesse der Tourismuswirtschaft an dem Projekt zeigt sich auch durch ihr finanzielles Engagement. Weitere 27 Partner bringen einen Eigenanteil von fast 200.000 Euro ein.

Die Federführung des Projektes übernimmt die Hansestadt Lübeck mit der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH. Bei der Übergabe des Förderbescheides an Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, auch Präsident des Deutschen Tourismusverbandes: „Der Tourismus in der Metropolregion Hamburg ist eine Branche mit positiven Entwicklungsperspektiven. Die Zahl deutscher Gäste ist von 2004 bis 2014 in Norddeutschland um 20% gestiegen; der Anteil ausländischer Gäste im selben Zeitraum um 83%. Durch das Projekt werden jetzt wichtige Grundlagen geschaffen, die Willkommenskultur und internationale Servicequalität für unsere ausländischen Gäste zu optimieren. Das Projekt unterstützt dabei auch das Ziel der schleswig-holsteinischen Landesregierung, die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste bis zum Jahr 2020 auf 2,5 Millionen zu erhöhen.“

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe dazu: „Die Hansestadt Lübeck als relativ neues Mitglied in der Metropolregion Hamburg ist erstmalig federführend bei einem Leitprojekt der Metropolregion. Darüber freue ich mich sehr und danke allen Projektpartnern für das entgegengebrachte Vertrauen. Es ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Projekt: An keinem anderen Leitprojekt beteiligten sich bislang so viele externe Partner und es sind ausnahmslos alle Tourismusregionen der Metropolregion mit an Bord. Diese hohe Anzahl spiegelt die große Bedeutung des Leitprojektes wider.“

Foto Klaus Mittelstädt

Foto Klaus Mittelstädt

Weitere Projektpartner sind: der Dithmarschen Tourismus e.V., die Erlebniswelt Lüneburger Heide GmbH, die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH, der Ostsee Holstein Tourismus e.V., die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg, der Holstein Tourismus e.V., das Tourismusmanagement Stormarn, die Städte Neumünster und Schwerin, die Landkreise Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen, die Lüneburg Marketing GmbH, der Touristikverband Landkreis Rotenburg (Wümme) e.V., der Tourismusverband Landkreis Stade e.V., die Handelskammer Hamburg sowie die Industrie- und Handelskammern Flensburg, Kiel, Lübeck, Lüneburg-Wolfsburg, Schwerin und Stade.

Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Lüneburg-Wolfsburg sieht in dem Projekt eine einmalige Chance für die touristischen Leistungsträger, sich fit für ausländische Gäste zu machen. „Gerade im Umgang mit dem ausländischen Gast, mit seinen Bedürfnissen und Erwartungen, sind flächendeckend Mängel festzustellen. „Interkulturelle Kompetenz“ ist dabei nur ein Stichwort. Hier will und kann das Projekt einen Beitrag leisten, damit die Unternehmen der Metropolregion im Wettbewerb leistungsfähiger und damit zukunftssicherer aufgestellt sind. Dass alle sieben Industrie- und Handelskammern aus dem Gebiet der Metropolregion zusammen mit anderen Partnern hier an einem Strang ziehen, verdeutlicht, welche Bedeutung seitens der Wirtschaft dem Projekt beige

messen wird.“
Hintergrund zur Förderung:

Die Metropolregion Hamburg fördert seit über 50 Jahren Maßnahmen, die einen Beitrag zur Entwicklung der Region leisten. Das geht von Projekten im Bereich Tourismus und Naherholung über P+R-Anlagen an Pendlerbahnhöfen bis hin zu länderübergreifenden Leitprojekten, Studien und Konzepten für neue Besucherattraktionen oder Wirtschafts- und Infrastrukturprojekten.

Die Länder Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben für die Metropolregion Hamburg drei Förderfonds eingerichtet. Sie sind das wichtigste Finanzierungsinstrument der regionalen Zusammenarbeit. Gefördert werden Kooperationsprojekte zwischen Städten, Gemeinden und Landkreisen, aber auch mit privaten Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft. Dafür stehen jährlich insgesamt 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.

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