Der mühevolle Weg der evangelischen Kirchen des Nordens in die neue Zeit

stefan(CIS-intern) – (Von Horst Schinzel) Während des Dritten Reichs hatten sich die evangelischen Kirchen des Nordens – Schleswig-Holstein, Eutin, Lübeck, Hamburg und Hannover – mehr oder minder übereinstimmend dem Bösen ergeben. Über ihren mühevollen Weg aus dieser Verstrickung hat vor drei Jahren der Kirchenhistoriker Dr. Stefan Linck in seiner Studie „Neue Anfänge?“ berichtet. Das Buch hat überall im protestantischen Norden große Beachtung gefunden. Jetzt hat Linck einen zweiten Band über die Zeit von 1965 bis 1985 vorgelegt.

Was er zu berichten hat, erschüttert. Namen wie der Bischof Wilhelm Kieckbusch in Eutin, den Landessuperintendenten in Lauenburg und späteren Bischof der kleinen Kirche von Lippe-Detmold Joachim Heubach und dem zeitweiligen Dekan der Theologischen Fakultät der Uni Kiel Martin Redeker zeigen beispielhaft, wie schwer diesen Kirchenmännern der Weg in die neue Zeit gefallen ist. Und als Ende der Sechziger Jahre junge Theologen aufbegehrten, wusste die Amtskirche keine andere Antwort als Amtszuchtverfahren. Dabei hatte die Amtskirche – auch nach dem Zusammenschluss zur Nordkirche – weiterhin Probleme genug. Da war nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Judentum und der eigenen Vergangenheit, in diesen Jahren kamen die Fragestellungen des Antikommunismus hinzu. Die „Ostdenkschrift“ der EKD fand keineswegs einhellige Zustimmung.

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Der vorliegende zweite Band ist vor allem durch das umfassende Personenregister eine umfassende Fleißarbeit. Über jeden, der nach 1945 im Norden kirchlich tätig war, bietet es umfassende Informationen.

Stefan Link, Neue Anfänge – Der Umgang der Evangelischen Kirche mit der NS-Vergangenheit und ihr Verhältnis zum Judentum – Die Landeskirchen in Nordelbien, Kiel ,2016, Lutherische Verlagsgesellschaft

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