Industriebetriebe in S-H 2015: Umsätze erstmals seit fünf Jahren gesunken

Foto: ilona brigitta martin / pixelio.de(CIS-intern) – In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Industriebetriebe mit 20 und mehr tätigen Personen im Jahr 2015 mit 1 211 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben. Diese Betriebe erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von 36,0 Mrd. Euro. Das ist ein Minus von sieben Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordwert von 2014 und der erste Umsatzrückgang seit fünf Jahren, so das Statistikamt Nord. Überdurchschnittlich rückläufig waren die Auslandsumsätze, die bei einer Exportquote von 37 Prozent um 14 Prozent sanken.

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Umsatzzuwächse gab es lediglich im Bereich der Verbrauchsgüterindustrie (plus drei Prozent). Die Umsätze im Bereich Energie und dort insbesondere in der Mineralölverarbeitung sanken – hauptsächlich beeinflusst durch den starken Preisverfall bei Mineralölprodukten – im vergangenen Jahr um 27 Prozent. Die Umsätze in der Investitionsgüterindustrie sanken ebenfalls deutlich um elf Prozent. In der Vorleistungsgüterindustrie gab es nur einen leichten Rückgang (minus ein Prozent), während für die Gebrauchsgüterindustrie ein gegenüber 2014 konstanter Wert verzeichnet wurde.

Die Zahl der tätigen Personen stieg zwar gegenüber dem Vorjahr leicht auf 123 900, lag damit aber immer noch unter dem Niveau von 2008.
Gemessen an Umsatzgrößenklassen veränderte sich die Struktur der Be-triebe nicht. Mit einem Anteil von 47 Prozent lagen die meisten Betriebe in der Größenklasse zwischen zwei bis unter zehn Mio. Euro Umsatz. Die zweitgrößte Gruppe bildeten Betriebe mit Umsätzen zwischen zehn bis unter 50 Mio. Euro (25 Prozent). Betriebe mit bis zu zwei Mio. Euro Umsatz stellten 16 Prozent aller Einheiten. Der Anteil von Betrieben in der Umsatz-größenklasse mit mehr als 50 Mio. Euro Umsatz lag bei zwölf Prozent.

Auch hinsichtlich der Verteilung der Betriebe auf Beschäftigtengrößen-klassen gab es nahezu keine Änderungen. Die meisten Betriebe (56 Prozent) waren mit 20 bis 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie im Vorjahr eher kleinbetrieblich strukturiert. Betriebe mit 50 bis 99 tätigen Personen bildeten einen Anteil von 19 Prozent, Betriebe mit 100 bis 249 tätigen Personen 17 Prozent. In acht Prozent aller Betriebe waren 250 oder mehr Personen beschäftigt; in diesen hatten 46 Prozent aller Industriebeschäftigten ihren Arbeitsplatz.

Die Industriebetriebe in Hamburg haben im Jahr 2015 einen Gesamtumsatz von 70,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das ist ein Minus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und nach den Rekordwerten von 2011 und 2012 der dritte Rückgang in Folge, so das Statistikamt Nord. Positiv entwickelten sich jedoch die Auslandsumsätze; bei einer Exportquote von insgesamt 29 Prozent stiegen sie um drei Prozent.

Besonders deutliche Rückgänge gab es im Industriebereich „Energie“ (hier vor allem im Bereich der Mineralölverarbeitung). Verglichen mit dem Vorjahr sanken die Umsätze – insbesondere für Mineralölprodukte preisbedingt – in diesem Bereich um 22 Prozent. Auch die Verbrauchsgüterindustrie (minus fünf Prozent) und die Vorleistungsgüterindustrie (minus ein Prozent) mussten Einbußen hinnehmen. Umsatzsteigerungen gab es dagegen in den Betrieben der Gebrauchsgüterindustrie (plus 16 Prozent) sowie in der Invest-tionsgüterindustrie (plus zwölf Prozent).

Die Zahl der tätigen Personen nahm gegenüber dem Vorjahr geringfügig um ein Prozent auf rund 85 600 Frauen und Män

ner ab.
In der Verteilung nach Umsatzgrößenklassen hat sich die Struktur der Betriebe kaum geändert. 39 Prozent aller Betriebe erwirtschafteten Umsätze zwischen zwei bis unter zehn Mio. Euro. Ein weiteres Viertel erwirtschaftete zehn bis unter 50 Mio. Euro. In 20 Prozent aller Betriebe konnten Umsätze von 50 Mio. Euro und mehr erzielt werden und in 15 Prozent der Fälle lagen die Umsätze bei unter zwei Mio. Euro.

Auch die Struktur der Betriebe nach Beschäftigtengrößenklassen blieb gegenüber dem Vorjahr fast unverändert. Die meisten Betriebe (51 Prozent) beschäftigten 20 bis 49 Frauen und Männer. 16 Prozent der Betriebe beschäftigten 50 bis 99 Personen und in weiteren 18 Prozent arbeiteten 100 bis 249 Menschen. Die Großbetriebe mit 250 und mehr tätigen Personen
stellten 15 Prozent aller Betriebe; in ihnen waren 73 Prozent aller Industriebeschäftigten tätig.
Hinweise:
Erfasst wurden Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen. Insgesamt waren dies 433 Betriebe und damit drei Prozent weniger als im Vorjahr.

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