Wirtschaft im Norden: Erstes Halbjahr erfreulich

Foto: ilona brigitta martin / pixelio.de(CIS-intern) – Der Unternehmertag von UVNord – Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein – fand unter dem Generalthema „Hamburg und Schleswig-Holstein – Gemeinsam für Wachstum und Beschäftigung im Norden“ mit rund 500 geladenen Gästen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens statt. Zu den Teilnehmern sprachen UVNord-Präsident Uli Wachholtz, der Vorstandsvorsitzende der NORDAKADEMIE, Prof. Dr. Georg Plate sowie der Direktor und Geschäftsführers des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstiuts (HWWI), Prof. Dr. Henning Vöpel.

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An der anschließenden Talkrunde nahmen außerdem Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und – für den kurzfristig verhinderten Wirtschaftssenator Frank Horch – Wirtschaftsstaatsrat Dr. Rolf Bösinger teil. Die Talkrunde wurde moderiert vom Chef­redakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, Herrn Stefan Hans Kläsener.

Ehrengäste des Unternehmertages waren u.a. Mitglieder einer hochrangigen chinesischen Delegation aus der Region Sichuan bzw. der Stadt Guang’an, die den Kontakt zu norddeutschen Unternehmen für wirtschaftliche Kooperationen suchten.

Partner des diesjährigen Unternehmertages war die NORDAKADEMIE – Hochschule der Wirtschaft.

In der Eröffnungsrede machte UVNord-Präsident Uli Wachholtz deutlich, dass die Unternehmen auf ein wirtschaftlich gutes 1. Halbjahr in Hamburg und Schleswig-Holstein zurückblicken, sich die Welt aber um uns herum erheblich wandelt.
„Wir stehen vor sehr großen politischen und technologischen Veränderungen. Die Karte der Weltwirtschaft wird neu kategorisiert. Branchen und Standorte erfahren Druck in nicht erahntem Ausmaß – und wir im Norden werden ebenso betroffen sein, daran kann auch die aktuelle gute konjunkturelle Entwicklung nicht hinwegtäuschen.

Wer den Wandel nicht proaktiv begegnet, der bleibt nicht nur stehen, der fällt zurück und verschwindet irgendwann in der Bedeutungslosigkeit. Gerade jetzt gilt es, unser Land zu erneuern, kraftvoll für Reformen zu werben und diese umzusetzen und Investitionen in die Zukunft zu tätigen“.

In Bezug auf die norddeutsche Zusammenarbeit verdeutlicht Wachholtz, dass beide Wirtschaftsressorts in Kiel und Hamburg bereits gut und vertrauensvoll zusammenwirken, doch müsse man die Zusammenarbeit aus allen wirtschaftsrelevanten politischen Themenfeldern ausweiten. Es brauche wieder mehr frischen Wind in der länderübergreifenden Zusammenarbeit. Wachholtz mahnte insbesondere eine vertiefte Zusammenarbeit bei den Themen Industrie, Fachkräfteinitiativen, Wirtschaftsförderung, Marketingkonzepten, eine gemeinsame Landesplanung bis hin zur Implementierung einer gemeinsamen Landesplanungsbehörde. Die Unternehmen arbeiten schon lange nicht mehr in regionalen Grenzen, sondern sind auf den Weltmärkten unterwegs. Abschließend macht Herr Wachholtz deutlich, dass Senat, Landesregierung, Politik und Verwaltung die Wirtschaft im Norden an ihrer Seite hat, wenn es darum geht, die Zukunft zu gestalten!

Der Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitutes Prof. Dr. Henning Vöpel machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Weltwirtschaft vor fundamentalen geopolitischen und technologischen Umbrüchen stehe. Dieses erzeuge in der Wirtschaft und an den Märkten derzeit große Unsicherheit. Das gelte in besonderer Weise für die mittelständischen und exportorientierten Unternehmen in Norddeutschland, die damit umgehen müssen. Weiter macht er deutlich, dass das Zeitalter der neuen Globalisierung die Weltwirtschaft stark verändern werde. Es finde eine Neuvermessung der Welt statt: Ganze Industrien und Branchen und mit ihnen etablierte Standorte geraten unter massiven Druck. Auch und gerade für Norddeutschland stellen sich Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und der Positionierung im globalen Standortwettbewerb völlig neu. Die Wirtschaft in Norddeutschland werde von den disruptiven Entwicklungen besonders betroffen sein. Die gute Konjunktur darf über

die bevorstehende Herausforderung nicht hinwegtäuschen. Insofern gilt es, durch zukunftsorientierte Investitionen heute den Strukturwandel proaktiv zu gestalten. Vor diesem Hintergrund müsse die Politik im Norden ihre Wirtschafts- und Standortpolitik stärker koordinieren, vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Forschung und Technologietransfer, über die in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich bestimmt werde.

Presse UV Nord

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