Geteilte Stimmung in der norddeutschen Tourismuswirtschaft

Foto: Rike / pixelio.de(CIS-intern) – Die Stimmung in der norddeutschen Tourismuswirtschaft ist geteilt. Während das Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahr noch positiver auf die eigenen Geschäftschancen schaut (131,1 Indexpunkte; 2015: 122,9), ist der Optimismus bei der Reisewirtschaft etwas gesunken (98,1 Indexpunkte; Vorjahr: 116,6). Dafür hatte die IHK Nord 1.056 touristische Betriebe aus dem Gastgewerbe und der Reisewirtschaft in den fünf norddeutschen Bundesländern befragt. Der aus der Umfrage ermittelte Konjunkturklimaindex spiegelt die aktuelle Stimmung der Branche in einem Bereich zwischen 0 und 200 Punkten wider.

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Das Gastgewerbe profitiert vom anhaltenden Trend zum Urlaub im eigenen Land. „Während Norddeutschland bei den Deutschen bereits ein beliebtes Reiseziel ist, haben Touristen aus dem Ausland uns oftmals noch nicht auf dem Schirm. Dabei liegen hier sehr große Wachstumschancen. Das norddeutsche Gastgewerbe befindet sich in einem sehr positiven Entwicklungstrend, der durch Investitionen in Gebäude, Zimmerausstattung und in die Service-Qualität weiter ausgebaut werden sollte“, sagte Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Hamburg.

Die zurückhaltende Beurteilung der Reisewirtschaft – Reisebüros, Reiseveranstalter und Omnibusbetriebe – sieht Melsheimer unter anderem darin begründet, dass die Deutschen in diesem Jahr lieber Urlaub in der Heimat machen, anstatt ihren Urlaub in von Krisen und Terrorismus gebeutelten klassischen Auslandsdestinationen wie der Türkei oder Nordafrika zu verbringen. Reiseziele in Deutschland werden überwiegend ohne Reisemittler oder -veranstalter gebucht. „Die Reisewirtschaft hat mit globalen Entwicklungen zu kämpfen, auf die sie keinen Einfluss hat. Hier gilt es, Alternativangebote für die bisher stark vermarkteten Destinationen in den Krisengebieten zu entwickeln“, so Melsheimer.

Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der eigenen Branche betr

achtet das Gastgewerbe weiterhin den zunehmenden Fachkräftemangel (65 Prozent), gefolgt von steigenden Arbeitskosten (60 Prozent) und sich verändernden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (42 Prozent). Die Reisebüros, -veranstalter und Omnibusbetriebe nennen die schwierigen Rahmenbedingungen als Risikofaktor Nummer Eins (47 Prozent) und reagieren damit auf politische Unruhen, Terroranschläge und weitere Reiserisiken

Presse IHK Nord