Schleswig-Holstein: Die Milchverarbeitung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Foto: pixabay.com / DutchAir(CIS-intern) – Die Produktion und Verarbeitung von Milch hat in Schleswig-Holstein von jeher eine große Bedeutung. Im vergangenen Jahr (Stand: November 2015) standen in gut 4 300 Haltungen rund 400 000 Milchkühe, das sind gut neun Prozent des Milchkuhbestandes in Deutschland insgesamt, so das Statistikamt Nord. Die Landwirte produzierten dabei – nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung – im gesamten Jahr fast drei Mio. Tonnen (t) Milch, die zu einem großen Teil an milchverarbeitende Betriebe im Land gegangen sein dürfte.

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Von größeren Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes (20 und mehr Beschäftigte) wurden im Jahr 2015 Milch und Milcherzeugnisse im Produktionswert von nahezu einer Mrd. Euro hergestellt, darunter 616 Mio. Liter Milch und Rahm, 126 500 t Käse und Quark, 6 500 t Joghurt und gesäuerte Milch sowie 250 800 t Molke u. ä. Erzeugnisse. Zehn Jahre zuvor lag der Produktionswert bei 595 Mio. Euro und damit um 40 Prozent niedriger. Auch die Produktionsmengen waren mit 225 Mio. l Milch und Rahm, 58 200 t Käse und Quark, 2 300 t Joghurt und gesäuerte Milch sowie 180 300 t Molke u. ä. noch deutlich geringer.

Im vergangenen Jahr gab es in Schleswig-Holstein neun größere Betriebe, die aufgrund ihres wirtschaftlichen Schwerpunktes insgesamt dem Wirtschaftszweig der Milchverarbeitung zugeordnet waren. In diesen Meiereien, Käsereien und Milchtrocknungswerken, die sich überwiegend in den nördlichen und westlichen Landesteilen befinden, waren rund 960 Personen tätig. Das ist deutlich mehr (plus 30 Prozent) als noch zehn Jahre zuvor. Zudem stieg die durchschnittliche Betriebsgröße im gleichen Zeitraum relativ stetig von 74 auf zuletzt 107 tätige Personen. Um die Produktionsanlagen auf dem technisch neuesten Stand zu halten, wurde von diesen Betrieben in den Jahren 2010 bis 2014 fast 90 Mio. Euro, überwiegend in Maschinen und technische Ausrüstung, aber auch in Gebäude und Grundstücke investiert. Das ist im Durchschnitt dieser fünf Jahre eine Investitionssumme von gut 20 000 Euro je tätiger Person und 1,9 Prozent vom Umsatz.

Zuletzt wurde in diesen Betrieben ein Umsatz von 979 Mio. Euro erzielt. Das ist gegenüber den Rekordjahren 2013 und 2014 ein spürbarer Umsatzrückgang von neun bzw. sieben Prozent, aber immer noch mehr als in allen zehn vorhergehenden Jahren. Die Produktivität der Betriebe stieg – gemessen am Umsatz je tätiger Person – von 2005 bis 2015 um fast ein Drittel auf zuletzt rund eine Mio. Euro.

Der aktuelle Umsatzrückgang ist au

ch durch das deutlich rückläufige Auslandsgeschäft bedingt. Während die Exportquote in der Milchverarbeitung seit 2008 stetig bis auf über 35 Prozent im Jahr 2012 und 2013 gewachsen war, sank sie in 2015 auf 25 Prozent, was einem Ausfuhrvolumen von 247 Mio. Euro entsprach. Von spürbarem Einfluss waren dabei auch die aktuellen Sanktionen im Handel mit der Russischen Föderation und eine nachlassende Nachfrage aus China.

Presse Statistikamt Nord

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