Wirtschaft im Norden ist verunsichert

Foto: Astrid Götze-Happe / pixelio.de(CIS-intern) – Zum zweiten Mal in Folge beurteilen die schleswig-holsteinischen Unternehmen ihre konjunkturelle Lage geringfügig schlechter als im Vorquartal. Der Konjunkturklimaindex der IHK Schleswig-Holstein, der einen Wert zwischen null und 200 annehmen kann, sinkt im zweiten Quartal 2016 um 2,6 auf 117,7 Punkte. Damit liegt er jedoch noch über dem Vorjahreswert von 114,1 Punkten. Die Industrie sowie Betriebe der Verkehrs- und Gesundheitswirtschaft federn den Rückgang der Wirtschaftsleistung zwar ab, können das hohe Niveau aber nicht alleine aufrecht halten.

Foto: Astrid Götze-Happe / pixelio.de

Dazu erklärt Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein: „Im zweiten Quartal zeigen sich besonders die Betriebe der Gesundheitswirtschaft und unsere Verkehrsunternehmen als Stütze der konjunkturellen Entwicklung. Fast alle anderen Branchen erwarten eine gleichbleibende oder schlechtere Geschäftslage. Verunsichert über die künftige Geschäftsentwicklung zeigen sich besonders die Großhändler, deren negative Erwartungen nur noch von den Kredit- und Finanzdienstleistern übertroffen werden.“ Trotzdem ist die aktuelle Lage weitgehend von Stabilität geprägt. So bewerten 41,2 Prozent der Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut, 49,8 Prozent als befriedigend und 9,1 Prozent als schlecht (Vorquartal: 41,2 Prozent; 50,8 Prozent; 8,1 Prozent).

In der Industrie hat sich die Dynamik zwar abermals verringert, jedoch überwiegt die Zahl der Unternehmen mit einer positiven Lagebewertung. Die künftige Geschäftslage sowie das erwartete Exportgeschäft zeigen sich trotz der aktuellen Entwicklungen im Euroraum robust mit Aufwärtstrend. So sind die ausländischen Auftragseingänge leicht gestiegen, die inländischen Aufträge haben sogar kräftig zugelegt. Bei gleichbleibender Investitionsbereitschaft bauen vor allem die Hersteller von Vorleistungsgütern Personal auf. Das Verkehrsgewerbe verzeichnet eine gute Geschäftslage bei leicht steigendem Beförderungsvolumen im zweiten Quartal. Die Unternehmen planen weitere Investitionen. Unternehmen der Gesundheitswirtschaft vermelden eine gute aktuelle Geschäftslage und blicken positiv in die Zukunft. So sollen auch die Investitionen in den kommenden Monaten erhöht werden. Im Baugewerbe wird die aktuelle Geschäftslage zwar von 70 Prozent der Unternehmen als gut eingestuft. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind jedoch negativ. Grund dafür ist das derzeit hohe Niveau der Auslastung, das eine Steigerung der künftigen Erwartungen kaum ermöglicht.

Einzelhändler spüren nach wie vor die starke Kaufbereitschaft der Konsumenten. Mit Ausnahme der Textil- und Bekleidungshändler blicken sie positiv auf die kommenden Monate und sind zudem wieder bereit, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Die Betriebe im Großhandel dagegen erwarten eine ungünstigere Geschäftslage, was sich auch auf die Beschäftigungsabsichten auswirkt. Kreditinstitute und Finanzdienstleister wollen bei deutlich negativen Geschäftserwartungen keine Investitionen tätigen. In den Dienstleistungsbranchen fällt das Konjunkturniveau auf das Vorjahresniveau zurück, eine Reduzierung der Arbeitsplätze ist vorerst jedoch nicht geplant.

Insgesamt bewerten 21,8 Prozent der Unternehmen die Entwicklung für die kommenden Monate positiv. 61,4 Prozent erwarten gleich bleibende Gesch

äfte, und 16,8 Prozent rechnen mit einem Rückgang der wirtschaftlichen Entwicklung (Vorquartal 25,9 Prozent; 56,9 Prozent; 17,2 Prozent). Dazu IHK-Präsidentin Kühn: „Die Konjunktur pendelt sich mit dem aktuellen Ergebnis um den langjährigen Mittelwert von 116,7 Punkten ein. Bereits kleinste Impulse könnten daher die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten beeinflussen. Die Richtung bleibt dabei offen.“

Presse IHK Schleswig-Holstein

ONLINE