Stimmung der Wirtschaft herbstlich

Foto: pixabay.com / MarkoLovric(CIS-intern) – Zum Ende des dritten Quartals 2016 hat sich die Stimmung in der schleswig-holsteinischen Wirtschaft im Vergleich zum Sommerquartal abgekühlt. Der Konjunkturklimaindex der IHK Schleswig-Holstein, der einen Wert zwischen null und 200 annehmen kann, sinkt zwischen Juli und September von 117,7 Punkten auf 110,4 Punkte (Vorjahreswert: 116,3). Maßgeblich dafür ist die schlechtere Bewertung der aktuellen Lage. Allerdings bewerten die befragten Unternehmen ihre zukünftige Lage in etwa so hoch wie im vorigen Quartal.

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Die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn, fasst den Trend aus der Konjunkturumfrage wie folgt zusammen: „Die gegenwärtige Lage wird nur noch von 32,9 Prozent der Unternehmen als gut und von 57,6 Prozent als befriedigend bewertet. Im Vorquartal waren es noch 41,2 beziehungsweise 49,8 Prozent.“ Eine schlechte Lageeinschätzung geben 9,5 Prozent (Vorquartal: 9,1 Prozent) der Unternehmen.

„Die Unsicherheiten im Außenhandel – Stichwort: Brexit – scheinen sich nun stärker auf die Wachstumsperspektiven der Unternehmen auszuwirken. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate haben sich die Erwartungen zur Geschäftslage reduziert. Im Vergleich zum letzten Quartal erwarten nun etwas mehr Unternehmen eine ungünstigere Geschäftsentwicklung“, ergänzt Friederike C. Kühn die aktuellen Ergebnisse: Insgesamt bewerten 18,3 Prozent der Unternehmen die Entwicklung für die kommenden zwölf Monate positiv. 62 Prozent erwarten gleich bleibende Geschäfte, und 19,7 Prozent rechnen mit einem Rückgang der wirtschaftlichen Entwicklung (Vorquartal: 21,8 Prozent; 61,4 Prozent; 16,8 Prozent).

„Leicht überdurchschnittlich stellt sich die konjunkturelle Lage im produzierenden Gewerbe und der Gesundheitswirtschaft dar. Unvermindert positiv wird die Lage bei den Dienstleistungen eingeschätzt“, so die Präsidentin. Die Industrie-Unternehmen äußern sich verhaltener in ihrer Einschätzung der konjunkturellen Lage als noch im Vorquartal, nach wie vor überwiegt aber die Zahl der Unternehmen mit einer positiven Lagebewertung. Rückläufige Auftragseingänge aus dem Ausland drücken auf die Stimmung. Entsprechend sinken auch die Erwartungen bezüglich des Exportgeschäftes. In diesem Bereich rechnen nunmehr rund 12 Prozent der Unternehmen mit einem abnehmenden Geschäft (Vorquartal: 5,0 Prozent). Deutlich überdurchschnittlich zeigt sich hingegen die Situation

bei den Investitionsgüterherstellern. Eine gestiegene Umsatzerwartung innerhalb der Branche begünstigt Beschäftigungs- und Investitionsabsichten.

Das Baugewerbe bewertet die aktuelle Lage weiterhin überaus positiv. Die Immobiliennachfrage ist aufgrund des niedrigen Zinsniveaus weiterhin hoch. Mit Blick auf den nahen Winter werden die Unternehmen aber vorsichtiger und planen entsprechend kaum neue Investitionen.

Weiterhin auf Wachstumskurs befindet sich die Dienstleistungsbranche. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen bewertet die aktuelle Geschäftslage als gut. Zuversichtlich stimmt auch, dass sich die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate weiterhin auf einem hohen Niveau befinden. Eine deutliche Mehrzahl der Unternehmen geht von steigenden Beschäftigtenzahlen und Investitionen aus.
Presse IHK Schleswig-Holstein

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