Das ZDF schmiedet die Legende des „Sacher“

Foto Klaus Mittelstädt(CIS-intern) – Das berühmte Wiener Hotel als Schauplatz eines historischen, zugleich modern umgesetzten Fernsehdramas: Die Räume des traditionsreichen Hauses werden Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts Zeugen politischer Auseinandersetzungen, heimlicher Affären und eines dekadenten Lebensstils. Regisseur Robert Dornhelm inszenierte die ZDF / ORF-Produktion, die aus mehreren Perspektiven erzählt wird. In den Hauptrollen spielen Josefine Preuß, Julia Koschitz, Ursula Strauss, Florian Stetter, Laurence Rupp, Peter Simonischek, Robert Palfrader und Jasna Fritzi Bauer.

Foto Klaus Mittelstädt Die “3 starken Frauen” Josefine Preuß, Julia Koschitz u. Ursula Strauss

Ein Fernseh-Roman
“Sacher” steht für eine ausgezeichnet schmeckende Torte, vor allem aber für ein berühmtes Wiener Hotel. Dies steht wiederum für luxuriöse Annehmlichkeit, für gewachsene Ästhetik, für einen ganz besonderen Charme, der in den Hoch-Zeiten der k. und k.-Doppelmonarchie entstand und bis heute präsent ist. Im Hotel lebte ein großes internationales Publikum. Wien war die Haupt­stadt eines auch nach heutigen Maßstäben bemerkenswert funk­tionierenden Vielvölker-Imperiums. Das Sacher, auch heute noch eine erste und besondere Adresse, war der Ort für höfische Ele­ganz, für Intrigen und Machtspiele, für ein üppiges gesellschaftli­ches Leben und vor allem auch für große und kleine Leiden­schaften.

Der Zweiteiler “Das Sacher. In bester Gesellschaft”, der Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, greift die vom Mythos Sacher vorgegebene ‘Stimmung’ auf und gestaltet daraus ein mo­dernes Fernsehdrama. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven. Eine letztendlich scheiternde bittersüße Liebesgeschichte bildet den emotionalen Hauptstrang. Ähnlich wie in Goethes ‘Wahlverwandtschaften’ sind zwei Paare miteinander verbandelt, ein Paar aus Berlin, eins aus Österreich. Die Entführung eines Mädchens, das zwar vor der Prostitution gerettet, aber über Jahre eingesperrt wird, zeigt die dunkle Kehrseite der Metropole Wien. Nicht zuletzt geht es um politische Bestrebungen am Vorabend des Ersten Weltkriegs – reaktionäre und reformerische – sowie die sich anbahnende Verbindung von Polizei und einem Gedan­kengut, die auf das Unheil nach der Katastrophe des Krieges hin­weist.

Für all das ist das Hotel Sacher der entscheidende Begeg­nungs- und Kommunikationsort.
ZDF und ORF ist es gelungen, ein sehr großes Ensemble be­kannter Schauspieler für den Film zu versammeln. Neben Josefine Preuß, Julia Koschitz und Ursula Strauss in den weibli­chen Hauptrollen spielen neben vielen anderen Florian Stetter, Laurence Rupp, Simon Schwarz, Joachim Król, Peter Simonischek, Bernhard Schir, Robert Palfrader, Dietmar Bär, Nina Proll, Edin Hasanovic, Jasna Fritzi Bauer, Robert Stadlober und Jürgen Tarrach – und füllen den Film mit prallem Leben.
Die multiperspektivische Erzählweise ist ungewöhnlich, neu und spannend für ein großes Event-Programm. Das flüssige Ineinan­dergreifen verschiedener, sich gegenseitig vorantreibender Stränge entspricht dem Wesen eines großen historischen Ro­mans. ‘Das Sacher’ ist ein Fernseh-Roman für die ganze Familie.
(Günther van Endert ZDF Redaktionsleiter Fernsehspiel II)

Montag, 16. Januar 2017, und Mittwoch, 18. Januar 2017, jeweils 20.15 Uhr im ZDF

“Unser Film erzählt das bunte, vielschichtige Kaleidoskop dieser Epoche”
Statement der Produzenten Oliver Berben und Sarah Kirkegaard

Nach dem “Adlon” jetzt das “Sacher”: Eine schönere Herausforde­rung kann man sich als Fernsehmacher kaum wünschen. Nach dem überragenden Erfolg unseres Berliner Hotel-Dreiteilers An­fang 2013 war klar, dass jeder “nächste Hotelfilm” sich mit dieser großen Vorlage würde messen müssen – und auch, dass sich ein solches TV-Ereignis nicht mit einem beliebigen anderen Hotel wiederholen lässt. Aber als unsere Wiener Koproduzenten Oliver Auspitz und Andreas Kamm mit der Idee eines gemeinsamen Mehrteiler-Projekts über das berühmteste Wahrzeichen ihrer Stadt bei uns anklopften, war ebenso klar: Das hier wird etwas ganz Besonderes.
Denn das “Sacher” ist eben das Sacher – originell, einzigartig, legendär. Als Hotel ist es “Wiener Original”, Nationalheiligtum und zugleich eine internationale Marke. Und vor allem: Das Sacher steht nicht nur für sich, als “Haus Österreich” in der Mitte Euro­pas, es steht für eine Welt, die die Menschen bis heute fasziniert und verzaubert. Im Goldenen Zeitalter, um die Jahrhundertwende 1900, war Wien “the Place to be”: Hauptstadt eines Vielvölker­staats, Mekka der schönen Künste und des guten Essens, ein Ort der Kontraste und des Umbruchs.

Im Sacher trafen sie alle aufei­nander: die königlich-kaiserlichen Majestäten und die Angehöri­gen ihres umfangreichen Hofstaats, die bürgerlichen Neureichen und Mitglieder der “zweiten Gesellschaft”, Künstler, Wissen­schaftler und Diplomaten aus der ganzen Welt. Die diskreten Chambres Separées, die luxuriösen Suiten, das berühmte Res­taurant des Hotels wurden zum bevorzugten Schauplatz für politi­sche Verschwörungen, für geheime Affären und dekadente Aus­schweifungen. Unser Film erzählt das bunte, vielschichtige Kalei­doskop dieser Epoche als eine Geschichte vom Glanz und Unter­gang der Doppelmonarchie – aus dem persönlichen Blickwinkel der Menschen dieser Zeit, deren bewegte Schicksale sich im Sacher kreuzen.

Unsere Autorin Rodica Doehnert, die bereits für “Adlon” verant­wortlich zeichnete, hat die deutsch-österreichischen Beziehungen – geschäftliche, politische und persönliche – in ihrem vielschichti­gen “Sacher”-Drehbuch zum Thema gemacht. Ebenso wie unsere Protagonisten haben wir in den Jahren der gemeinsamen Ent­wicklung und Herstellung des Films die intensive Zusammenarbeit zwischen Berlin und Wien als spannenden Austausch erlebt. Dank unserer wunderbaren Kollegen und Partner in Produktion und Redaktion, dank des fantastischen Ensembles, das ein

“Best of” der Schauspielerinnen und Schauspieler beider Länder zu­sammenbringt, und dank des Starregisseurs Robert Dornhelm, der für die Arbeit in seine Heimat zurückgekehrt ist, wurde “Das Sacher. In bester Gesellschaft” zu einer echten österreichisch-deutschen Koproduktion – und zu einer erlebnisreichen, unter­haltsamen und berührenden Reise, auf die wir die Zuschauer mit­nehmen möchten.

Presse ZDF

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